TRADERS´ Swing-Trader - Nr. 0096 - 21.06.2022

Ausgabe Nr. 96, 21.06.2022

Newsletter für den Swing-Trader

 

Liebe Leserinnen und Leser,

nach Einschätzung der Bundesbank wird die deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal etwas wachsen. Im aktuellen Monatsbericht heißt es: „Im Frühjahr 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft leicht zulegen". Das Gastgewerbe ist einer der Hauptprofiteure aus dem Wegfall der Corona-Beschränkungen. Die Situation ist im gesamten etwas entspannter als in den Monaten zuvor. Der international ausgerichtete Fear-and-Greed-Index hat sich bedingt durch die globalen Größen und Themen jedoch nur leicht zurücknehmen können von 14 auf derzeitig 15 Zählern. Am Montag ist die Wall Street mit gemischten Ergebnissen aus dem Handel gegangen, DAX und besonders der österreichische ATX hingegen konnten stabile Gewinne verzeichnen.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Der Chip-Hersteller Intel verklagt die EU-Kommission auf einen Schadensersatz von mehr als einer halben Milliarde Euro. Bei der Klage geht es um eine zu Unrecht verhängte Wettbewerbsstrafe aus dem Jahr 2009 in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. Im Januar 2022 wurde die damalige Strafe für nichtig erklärt. Die Strafe sei im Februar an das US-Unternehmen zurückerstattet worden – nun macht Intel Verzugszinsen geltend. Bedingt durch den gestrigen US-Feiertag fiel das Ergebnis an den europäischen Börsen mit einem leichten Plus von 0,24 Prozent auf 35,28 Euro aus.

Nach zwei harten Corona-Jahren ist der Luftfahrtverband IATA wieder zuversichtlich. Willie Walsh, Chef des globalen Branchenverbandes IATA, wischte die Bedenken um durch hohe Kosten, zu wenig Personal durch Abwanderung und Einschränkungen von Dienstleistungen beiseite. Es sei viele Boden gutzumachen, doch die aktuelle Erholung sei kein Strohfeuer. Lufthansa schloss am Montagabend mit einem Plus von 7,62 Prozent auf 6,43 Euro.

Angesichts der rekordverdächtigen Inflation in Deutschland sollen 3,9 Millionen Beschäftigte in der Branche zwischen 7 und 8 Prozent mehr Geld bekommen – das ist das Ziel der IG-Metall. Analysten warnen vor einer Verselbstständigung der Lohn-Preis-Spirale, die sich negativ auf die Preise und damit auch auf die künftigen Zinsentscheidungen der Notenbank auswirken könne.

Die Erzeugerpreise sind in Deutschland im Mai um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – laut dem Statistischem Bundesamt ist das erneut der höchste Anstieg seit Beginn der Erfassung der Daten im Jahr 1949. Erdgas ist im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 150 Prozent teurer geworden, die Strompreise stiegen um mehr als 90 Prozent.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Der Deutsche Aktienindex hat zum Handelsstart am Montag mit einem Aufwärts-Kurssprung von 81,53 Punkten bzw. 0,62 Prozent den neuen Tag eröffnet. Bis zum Mittag ging es in großen Schwüngen seitwärts, dann entwickelte der DAX sich in Richtung Norden, um sein Tageshoch mit dem Schlusskurs bei 13.265,60 Punkten zu setzen. Ein Tagesplus von 139,34 Punkten bzw. 1,06 Prozent Kurszuwachs zum Vortag war das Endresultat.

Eine kleine Erholung für den ADL-Indikator: 28 von 40 DAX-Werten konnten mit einem Gewinn schließen. Ganz vorne MTU Aero Engines mit einem Zugewinn von 5,29 Prozent auf 180,25 Euro, gefolgt von Beiersdorf mit 4,28 Prozent auf 93,56 Euro und auf Platz 3 die Aktie von Hellofresh mit 4,05 Prozent auf 29,27 Euro.

Der MACD hat weiter eingedreht, befindet sich jedoch noch einige Zeit im Short-Modus.

Die beiden letzten Handelstage haben den Absturz des DAX ausgebremst. So stark die Abwärts-Rallye noch zuvor ausgesehen hat, ist die aktuelle Korrektur nicht einzuschätzen. Der Swing-Trader, der noch auf seinen Einstieg wartet, findet über die Wiederaufnahme des Short-Moves eine Möglichkeit, einzusteigen oder gegebenenfalls auch seine Position zu erhöhen.

Vorbörslich steht der Kurs zur aktuellen Stunde in der Region um 13.300 Punkte – und damit leicht über dem Vortages-Schlusskurs.

 

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

 

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

 

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50  

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt
2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen
3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend
4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearischen Put-Optionen vergleicht
5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen
6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst
7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.