TRADERS´ Swing-Trader - Nr. 0127 - 03.08.2022

Ausgabe Nr. 127, 03.08.2022

Newsletter für den Swing-Trader

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Nancy Pelosi, die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, ist schon am Dienstagabend in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh eingetroffen. Mit ihrem Besuch setzte sich Pelosi über Warnungen aus China hinweg. China betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik. „Amerikas Solidarität mit den 23 Millionen Menschen in Taiwan ist heute wichtiger denn je, da die Welt vor der Wahl zwischen Autokratie und Demokratie steht“, so die Vorsitzende. Der Fear-and-Greed-Index hat sich um einen Zähler auf den Wert von 41 erhöht. Die Wall Street sowie die europäischen Börsen haben am Dienstag einheitlich in allen Anlageklassen geblutet.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Maersk profitiert von den knappen Transportkapazitäten, konnte sich gegenüber seinen Konkurrenten besser positionieren, die Verwerfungen in der Schifffahrt nutzen und Kunden bedienen. Daher hat der zweitgrößte Schifffahrtskonzern seine Gewinnerwartungen deutlich angehoben. Maersk geht davon aus, dass sich die Lage im vierten Quartal 2022 wieder normalisiert haben wird.

Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones befindet sich auf dem richtigen Kurs: das Unternehmen rechnet damit, seinen Umsatz in diesem Jahr um 8 Prozent zu steigern. Krones hat die höheren Material- und Frachtkosten wirkungsvoll umlegen können – eine Steigerung der Effizienz sowie Preisanpassungen gaben schlussendlich den Ausschlag. Am Dienstagabend schloss die Aktie mit einem Gewinn von 0,23 Prozent auf 86,40 Euro.

Siemens Gamesa, Hersteller von Windturbinen, ließ am Dienstag verlauten, dass für das Jahr 2022 eine Negativrendite von minus 5,5 Prozent vorauszusehen sei. Grund ist der Rückgang des Umsatzes um 9 Prozent. Siemens Gamesa nennt die schwierigen Marktbedingungen und die höheren Kosten als Auslöser für diese Entwicklung. Der Abbau von bis zu 2.500 Arbeitsplätzen ist im Gespräch, wie durchgesickert ist. Die Aktien schlossen am Abend mit einem Verlust von 0,92 Prozent auf 17,79 Euro.

Symrise, Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen, profitiert von einer verstärkten Nachfrage nach Kosmetika, Parfüm und Tierfutter – daher rechnet das Unternehmen mit einer Umsatzsteigerung von mehr als 7 Prozent für das laufende Jahr. Symrise schloss am Dienstag mit einem Gewinn von 1,24 Prozent auf 114,40 Euro.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Am Dienstag startete der Deutsche Aktienindex mit einer abwärts gerichteten Kurslücke von 60,44 Punkten bzw. minus 0,45 Prozent Kursverlust in den neuen Tag. Bis zur Mittagszeit hielt der DAX das Level und setzte um 12:35 Uhr bei 13.335,39 Punkten seinen Tiefpunkt des Tages. In den nächsten vier Stunden kletterte er auf sein Tageshoch bei 13.484,55 Punkten um 16:50 Uhr, musste jedoch bis zum Handelsschluss wieder ein paar Punkte abgeben. Der DAX schloss mit 13.449,20 Zählern und einem Tagesverlust von 30,43 Punkten bzw. minus 0,23 Prozent.

Der ADL-Indikator machte einen Schritt zurück, näherte sich damit seiner 100-Tage-Signallinie von oben an. Grund waren die 23 Tagesverlierer aus dem DAX, die den 17 Gewinnern überlegen waren. Die besten Plätze sicherten sich die Aktien von Bayer mit plus 2,26 Prozent auf 58,00 Euro, VW mit 2,09 Prozent auf 141,52 Euro und E.ON mit 1,85 Prozent Gewinn auf 8,908 Euro je Aktie.

Wenig beindruckt zeigte sich gestern der MACD, der weiterhin Long ausgerichtet ist.

Wie im gestrigen Newsletter schon angesprochen, nutzte der DAX den Folgetag zur Ausbildung einer kleinen Short-Korrektur. Da die Tageskerze grün ist, der Intraday-Verlauf also positiv, besteht die Chance, dass die Trendkorrektur schon vorbei sein könnte.

Der vorbörsliche Kurs steht in der Nähe des gestrigen Schlusskurses. Damit sind beide Handelsrichtungen gleichermaßen möglich. Vorteil für Long: das gestrige Abwärts-Momentum scheint abgearbeitet zu sein.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

 

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

 

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50  

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt
2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen
3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend
4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearischen Put-Optionen vergleicht
5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen
6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst
7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.