TRADERS´ Swing-Trader - Nr. 0128 - 04.08.2022

Ausgabe Nr. 128, 04.08.2022

Newsletter für den Swing-Trader

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Taiwans Regierung befürchtet nach dem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Pelosi ein militärisches Eingreifen von China, so sei eine See- und Luftblockade sehr wahrscheinlich, nachdem am Mittwoch mehr als 20 chinesische Flugzeuge in den Luftraum von Taiwan eingedrungen sind. China spricht von militärischen Übungen, die bis zum Sonntag andauern sollen. Den Fear-and-Greed-Index beeindrucken diese Muskelspiele nicht, er hat sich sogar um weitere 3 Punkte auf den Wert von 44 erhöht und steht nun am Rand zur neutralen Zone. Gestern konnten die Wall Street und die europäischen Börsen Gewinne verzeichnen.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Das Bundeskartellamt hat zugestimmt, dass der Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne der größte Anteilseigner der Deutschen Lufthansa werden darf. Kühne hatte jüngst beantragt, seinen Anteil an der Lufthansa von 10 Prozent auf 15,01 Prozent zu erhöhen. Kühne+Nagel International ist einer der weltweit größten Logistikanbieter und Lufthansa-Kunde. Die Aktie der Lufthansa stieg am Mittwochabend um 1,16 Prozent auf 6,08 Euro.

Infineon legte in seinem Bericht zum zweiten Quartal die Zahlen vor: ein Zuwachs um ein Drittel auf insgesamt 3,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen gab bekannt, dass die Auftragsbücher prall gefüllt seien. Dafür verantwortlich sind die sogenannte Dekarbonisierung und die Digitalisierung, die einen hohen Bedarf an Halbleitern in vielen Branchen generieren. Infineon schloss am Abend mit einem Zuwachs von 4,97 Prozent des Kurswertes auf nunmehr 27,775 Euro je Aktie.

Auch Vonovia kann von einer hohen Umsatzsteigerung im zweiten Quartal 2022 profitieren. Der Immobilienkonzern übernahm in 2021 die Deutsche Wohnen. Vonovia will sich zum Abbau von bestehenden Schulden verstärkt von Wohnungen trennen. Steigende Mieten und ein niedriger Leerstand tragen mit zum guten Geschäftsergebnis bei. Die Aktien von Vonovia notierten zum Schlusskurs auf 31,64 Euro – ein Plus von 0,54 Prozent.

Laut Angaben hat der Automobilhersteller BMW im zweiten Quartal nur 3 Milliarden Euro verdient – im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum noch 4,8 Milliarden Euro. BMW erklärt den Schwund mit einem Rückgang des Absatzes seiner Fahrzeuge: rund ein Fünftel weniger Absatz bedeuten 560.000 verkaufte PKW. Auch in Deutschland ist ein Negativtrend zu verzeichnen: im Juli 2022 wurden 13 Prozent weniger Neuwagen zugelassen. BMW schloss mit einem Abschlag von 5,56 Prozent auf 76,57 Euro am Mittwochabend.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Zur Wochenmitte startete der deutsche Leitindex mit einer Kurslücke von 50,50 Punkten bzw. minus 0,38 Prozent in den neuen Tag. Von diesem Zeitpunkt an lief der Index wie am Schnürchen ins Plus, erreichte sein Tageshoch von 13.595,07 Punkten um 17:25 Uhr. Zehn Minuten später ging es dann für den DAX in den Feierabend mit einem Plus von 138,36 Punkten bzw. einem Kursgewinn von 1,03 Punkten auf 13.587,56 Zählern.

Der ADL-Indikator machte seinen nächsten Schritt aufwärts: bei 31 DAX-Unternehmen, die im Gewinn schlossen, war dies das zwingende Resultat. Damit steht der ADL stabil im Long-Modus. Tagesgewinner war die Aktie von Zalando: ein Plus von 5,82 Prozent auf 27,64 Euro erfreuten Anleger ebenso wie Long-investierte Trader.

Vorbildlich auch der MACD: aufwärts lautet die Devise – inzwischen hat sich auch die Signallinie über der Null-Linie etabliert.

Nach Norden ist die angesagte Richtung für den DAX – so könnte es nach den Börsianern auch weitergehen. Der nächste vorgegebene Haltepunkt, der vom Markt beachtet werden könnte, ist die 100-Tage-Signallinie, die derzeit auf dem Level von 13.764,23 Punkten residiert.

Vorbörslich steht der DAX zur aktuellen Stunde über der Marke von 13.600 Punkten und damit höher als beim gestrigen Schlusskurs. Ein gutes Zeichen für eine mögliche weitere Aufwärtsentwicklung.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

 

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

 

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50  

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt
2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen
3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend
4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearischen Put-Optionen vergleicht
5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen
6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst
7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.