TRADERS´ Swing-Trader - Nr. 0129 - 05.08.2022

Ausgabe Nr. 129, 05.08.2022

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Liebe Leserinnen und Leser,

die britische Notenbank hebt den Leitzins um einen halben Prozentpunkt an: auf nunmehr 1,75 Prozent. Die Bank steht unter einem starken Zugzwang, da die Inflation mit derzeit 9,4 Prozent in England ein stärkeres Eingreifen notwendig macht. Der Fear-and-Greed-Index hat sich um drei weitere Zähler erhöht und steht mit dem Wert von 47 seit langem wieder im neutralen Bereich. Die Wall Street schloss am Donnerstag uneinheitlich, europäische Indizes erfreuen sich über Gewinne.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Der Online-Versandhandel Zalando kämpft auch zukünftig mit einer Umsatzschwäche, konnte im zweiten Quartal jedoch schwarze Zahlen schreiben. Das aktuelle Problem sei die wachsende Zurückhaltung der Kunden, die die Folgen der starken Inflation am eigenen Geldbeutel spüren. Die Anleger sehen die Einschätzung von Zalando sehr positiv, die Aktie schloss am Abend zweistellig mit einem Plus von 13,10 Prozent auf 31,26 Euro.

Der Schaeffler-Konzern leidet unter den steigenden Einkaufspreisen: der Gewinn ging in der ersten Jahreshälfte von 702 Millionen Euro auf lediglich 458 Millionen Euro zurück Der Zulieferer der Industrie und Automobilbranche konnte diese Problematik nur teilweise mit höheren Preisen beim Verbraucher auffangen. Der starke Umsatzrückgang aus dem China-Geschäft wirkte sich ebenfalls negativ auf das Betriebsergebnis aus. Die Aktie schloss am Donnerstagabend mit einem Verlust von 5,70 Prozent auf 5,705 Euro.

Hensoldt, der Rüstungselektronik-Hersteller aus Taufkirchen, konnte von seinen frühzeitig akquirierten Aufträgen stark positionieren: ein Umsatzplus von rund 40 Prozent auf 682 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022 konnte das Unternehmen nun bekanntgeben. Hensoldt rechnet mit weiteren Aufträgen der Bundeswehr. Die Aktie schloss gestern jedoch mit einem Verlust von 2,27 Prozent auf 25,80 Euro.

Bei Beiersdorf ist die allgemein reduzierte Kauflaune der Verbraucher kaum zu spüren. Der Kosmetikhersteller hat bekanntgegeben, dass er Umsatz und Gewinn steigern konnte: der Umsatz stieg seit Jahresbeginn um 10,5 Prozent auf nunmehr 4,5 Milliarden Euro. Am Donnerstagabend schloss die Aktie mit einem Gewinn von 2,20 Prozent auf 104,50 Euro.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Am gestrigen Donnerstag startete der Deutsche Aktienindex mit einem Kurssprung von 42,14 Punkten bzw. plus 0,31 Prozent in den Handelstag. Vom Start weg, dem Tagestief bei 13.628,57 Punkten, ging es bis um 12:30 Uhr zum Tageshoch mit 13.792,88 Punkten – keine besonders große Handelsspanne für den DAX. So, wie es am Vormittag aufwärts ging mit dem Index, ging es am Nachmittag abwärts. Zum Handelsschluss konnten noch 75,12 Punkte bzw. ein Überschuss von 0,55 Prozent auf den Vortag gerettet werden. Der DAX schloss am frühen Abend mit 13.662,68 Zählern.

Profiteur war auch der ADL-Indikator, der bei einem Verhältnis von 25 Gewinn-Unternehmen zu 15 Verlust-Unternehmen aus dem DAX-Universum einen weiteren Schritt aufwärts gehen konnte. Der Indikator steht derzeit in einem stabilen Aufwärts-Trend. Tagesgewinner war die Aktie von Zalando mit einem zweistelligen Gewinn von 13,10 Prozent auf 31,26 Euro – das Schlusslicht bildete Vonovia mit minus 4,52 Prozent auf 30,21 Euro.

Der MACD entwickelt sich derzeit stabil in Long-Richtung.

Schaut man sich die gestrige Tageskerze an, erkennt man, dass der Kurs kurzzeitig über den 100-Tage-Widerstand gelaufen ist, sich jedoch anschließend wieder unter den Gleitenden Durchschnitt zurückgezogen hat. Die Kerzenformation steht auch nicht für Stärke, sondern Schwäche. Trader, die auf Formen und Formationen achten, rechnen nun berechtigterweise mit einer Short-Korrektur.

Ob es so am heutigen letzten Handelstag der Woche kommen wird oder nicht, dazu kann man den vorbörslichen Kurs zu Rate ziehen. Der DAX steht zur aktuellen Stunde im Bereich der 13.680 Punkte.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

 

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

 

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50  

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt
2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen
3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend
4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearischen Put-Optionen vergleicht
5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen
6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst
7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.