TRADERS´ Swing-Trader - Nr. 0157 - 29.09.2022

Ausgabe Nr. 157, 29.09.2022

Newsletter für den Swing-Trader

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die US-Börsenaufsicht SEC hat eine Strafe von 1,1 Milliarden US-Dollar gegen 16 Banken in den USA verhängt – die Deutsche Bank gehört mit 125 Millionen US-Dollar Ablass auch dazu. Grund ist der Informationsaustausch von Mitarbeitern über Messenger-Apps, da der verschlüsselte Datentransfer nicht nachvollziehbar archivierbar sei, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Damit einher gehe ein Vertrauensbruch den Anlegern gegenüber. Der Fear-and-Greed-Index hat sich gehalten, konnte sogar um einen Punkt auf den Wert von 19 zulegen. Die Wall Street hat am Mittwoch Gewinne gemacht, europäische Indizes schlossen uneinheitlich. Energie-Rohstoffe waren Tagessieger mit mehr als fünf Prozent Preiserhöhung – Anleihen und Metalle konnten ebenfalls Gewinne einfahren.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank sind wieder gefallen: Grund dafür ist nicht alleinig die wirtschaftliche Situation in Europa – auch die Strafzahlungen in den USA tragen zum negativen Ergebnis bei. Der Bundesbank-Vorstand Prof. Dr. Joachim Wuermeling geht davon aus, dass trotz des schwierigen Umfeldes keine Bankenkrise zu erwarten sei. Die Aktie der Deutschen Bank schloss am Mittwochabend mit einem Minus von 3,37 Prozent auf 7,854 Euro.

Wegen des nahenden Wirbelsturms „Ian“ hat der Unterhaltungskonzern „Walt Disney“ seine Freizeitparks in Florida vorübergehend schließen müssen. Damit einher gehen leichte Verluste: minus 0,10 Prozent auf nunmehr 101,66 Euro je Aktie.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat der Elektronik-Konzern Apple von seinen Plänen abgelassen, die Produktion des neuen iPhone 14 im weiteren Verlauf des Jahres hochzufahren. Die Schwäche, die sich auch auf andere Bereiche wie die Herstellung von Computerchips und den Einzelhandel auswirkt, quittierten die Anleger mit einem Abschlag von 3,67 Prozent auf 152,12 Euro je Apple-Aktie am gestrigen Abend.

Die Deutsche Bahn verteuert seine Tickets mit der Regelmäßigkeit eines Schweizer Uhrwerks: nun ziehen die Preise auch im Fernverkehr ab dem 11. Dezember um durchschnittlich 4,9 Prozent nach. Ebenso betroffen sind die Bahncards 25, 50 und 100 sowie die Streckenzeitkarten. Stornierbare Tickets kosten zukünftig sogar 6,9 Prozent mehr. Die Deutsche Bahn beziffert seine jährlichen Mehrkosten durch die Strompreiserhöhungen für 2023 auf zwei Milliarden Euro.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Am Mittwoch ging es für den Deutschen Aktienindex zum Start erst einmal ab in Richtung Süden: ein Gap von minus 114,25 Punkten bzw. minus 0,94 Prozent. Der DAX hatte damit erstmal seine Richtung für die nächsten 2 Stunden und 20 Minuten, in der er sein Tagestief ausfindig gemacht hat: bei 11.862,84 Punkten weitab von der 12.000er-Marke. Für den Rest des Tages verschaffte ein Aufwärtstrend dem DAX wieder den Sprung über die 12.000. Der Index schloss in der Nähe seines Tageshochs bei 12.183,28 Zählern mit einem Plus von 43,60 Punkten bzw. 0,36 Prozent auf den Vortag.

Der ADL-Indikator quittierte dieses positive Momentum mit 26 DAX-Werten, die ebenfalls im Plus schlossen. Damit konnte der Indikator einen Schritt aufwärts machen. Insgesamt steht der ADL jedoch Short. Vonovia generierte das beste Tagesergebnis mit plus 3,61 Prozent auf 21,83 Euro, gefolgt von Zalando mit 2,88 Prozent auf 20,69 Euro und Merck auf Platz 3 mit 2,39 Prozent auf nunmehr 162,55 Euro.

Entspannt abwärts steht auch der MACD weiter ganz im Dienst für den ambitionierten Trader, der seit seinem letzten Short-Signal schon viele hundert Punkte mitnehmen konnte.

Die grüne Tageskerze zeigt den positiven Intraday-Verlauf an, mit der der DAX sein Verlust-Gap ausgleichen konnte. Die gestrige Kerze steckt voller Momentum, das sich unter Umständen am heutigen Donnerstag weiter positiv sehen auswirken könnte.

Ob die Chancen dazu gutstehen, verrät der vorbörsliche Kurs. Der DAX steht zur aktuellen Stunde auf dem Level von 12.200 Punkten – und damit auch im Bereich des gestrigen Schlusskurses.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

 

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

 

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50  

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt
2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen
3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend
4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearishen Put-Optionen vergleicht
5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen
6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst
7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.