TRADERS´ Swing-Trader - Nr. 0193 - 23.11.2022

Ausgabe Nr. 193, 23.11.2022

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Liebe Leserinnen und Leser,

die Prognose für Deutschlands Industrie ist nicht so positiv, wie man sich das wünscht. Für das Jahr 2022 wird trotz aller Widrigkeiten mit einem leichten Produktionsplus von 0,25 Prozent gerechnet, gab der Bundesverband der Deutschen Industrie bekannt. Als düster hingegen wird der Ausblick auf das Jahr 2023 eingeschätzt. Den dritten Tag in Folge steht der Fear-and-Greed-Index auf dem Wert von 62 im Bereich der Gier. Der Dienstag war ein Tag zum Feiern an den Börsen: Wall Street und europäische Börsen schrieben grüne Zahlen.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Das Wirtschaftsministerium in Hannover verkündete, dass sich die Kosten für die LNG-Infrastruktur deutlich erhöhen werden. Teuer wird es vor allem für das Gesamtprojekt: das Bundeswirtschaftsministerium rechnet für die schwimmenden LNG-Terminals in Deutschland einen Gesamtaufwand von 6,56 Milliarden Euro alleine in 2022. Das US-amerikanische Natural Gas kostete am späten Abend 6,91 US-Dollar – eine Preissteigerung von 3,35 Prozent auf den Vortag.

Volkswagen hat ein Angebot für einen neuen Haustarif vorgelegt. Bei diesem geht es um eine Entgelterhöhung um 8 Prozent, eine Verlängerung des Tarifvertrages für die Altersteilzeit und ein Mehr an freien Tagen für Gewerkschaftsmitglieder. Außerdem sollen für Dual-Studierende die Semestergebühren übernommen werden. VW schloss am Dienstagabend mit einem leichten Plus von 0,09 Prozent auf 139,76 Euro.

Neues aus dem Hause Thyssenkrupp: der schwedische Finanzinvestor Cevian, der mit circa 6,6 Prozent an Thyssenkrupp beteiligt ist, hat nun angekündigt, seine Anteile bei Deutschlands größtem Stahlhersteller auf unter ein Prozent zu reduzieren. Die Aktie von Thyssenkrupp schloss daraufhin mit einem Verlust von 4,33 Prozent. Damit steht die Aktie nun auf 5,17 Euro.

TAG-Immobilien hat angekündigt, die Dividende für 2022 zu streichen. Diese Meldung kam bei den Anlegern nicht gut an: der Immobilienverwalter musste am Dienstag einen zweistelligen Verlust akzeptieren: minus 11,86 Prozent. Damit steht die Aktie nun unter sechs Euro auf inzwischen 5,91 Euro. Unternehmensseitig führen steigende Zinsen zu teureren Krediten – und damit lassen sich neue Bauvorhaben und Käufe schwerer finanzieren. Analysten sehen im Streichen der Dividende ein bedeutendes negatives Signal.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Am Dienstag ging es wieder mit einer kleinen Kurslücke in den neuen Handelstag: minus 27,39 Punkte bzw. ein Minus von 0,19 Prozent. Der Deutsche Aktienindex stieg Long voran, korrigierte kurz in Short-Richtung und erreichte sein Tageshoch schon um 10:45 Uhr auf 14.485,49 Punkten. Bis zum Mittag musste eine größere Korrektur herhalten – ab dann ging es bis um 16:50 Uhr auf ein neues Zwischenhoch. Um 17:35 Uhr war dann Schluss auf dem Stand von 14.422,35 Zählern. Damit verblieb dem DAX ein kleiner Tagesgewinn von 42,42 Punkten bzw. ein Plus von 0,30 Prozent auf den Vortag.

Der ADL-Indikator konnte wieder vom aufsteigenden Markt profitieren: 24 Gewinner unter den Einzelaktien waren dann den 16 Verlierern doch deutlich überlegen. Damit ging es für den ADL wieder ein Stück aufwärts. Die Aktie der Covestro schaffte es auf den ersten Platz im DAX-internen Rennen: 4,54 Prozent Gewinn auf nunmehr 36,61 Euro. Den letzten Platz schnappte sich Zalando mit einem Abschlag von 2,25 Prozent auf 28,66 Euro.

Immer näher kommt der MACD seiner eigenen Signallinie – ein Crossover scheint kurz bevorzustehen.

Noch ist es die richtige Zeit für Gewinnmitnahmen oder dem Nachziehen des Stopps für eine der Teilpositionen oder gar die Gesamtposition. Nähern wir uns einer deutlichen Korrektur oder steht ein weiterer Long-Ausbruch bevor? Noch fehlt dem Markt das Momentum für die zweite Option.

Zur aktuellen Stunde steht der Kurs des DAX vorbörslich auf dem Level von 14.475 Punkten – und damit 50 Punkte über dem gestrigen Schlusskurs. Ein bullisches Zeichen für den Index.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

 

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

 

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50  

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt
2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen
3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend
4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearishen Put-Optionen vergleicht
5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen
6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst
7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.