TRADERS´ Swing-Trader - Nr. 0194 - 24.11.2022

Ausgabe Nr. 194, 24.11.2022

Newsletter für den Swing-Trader

 

Liebe Leserinnen und Leser,

inzwischen rechnet die Bundesbank in den nächsten Monaten mit einem Einbruch der Konjunktur in Deutschland bei einer weiterhin hohen Inflation – das geht aus dem Monatsbericht der Notenbank hervor. Eine zweistellige Inflationsrate sei auch in 2023 wahrscheinlich. Für Trader ist der heutige Feiertag in den USA zu beachten. Der Fear-and-Greed-Index hat sich wieder erhöht und steht aktuell auf dem Wert von 66 – das ist ein Plus von vier Punkten. Am Mittwoch schloss die Wall Street einheitlich im Gewinn, die europäischen Indizes hingegen konnten sich nicht so recht entscheiden.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Überraschend viele Aufträge hat der Oktober den USA verschafft: die Produktion langlebiger Gebrauchsgüter konnte zum Vormonat um 1,0 Prozent erhöht werden. Analysten scheinen überwiegend der Meinung zu sein, dass sich die US-Industrie weiter auf Wachstumskurs befindet. Sollten sich die aktuellen Zahlen halten können, dann wäre das eine positive Bestätigung.

Auch der US-Immobilienmarkt zieht derzeit an. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich das Geschäft mit neuen Einfamilienhäusern im Oktober überraschend gesteigert hat: ein Plus an Neubauten in Höhe von 7,5 Prozent zum Vormonat ist ein starker Wert. Im Durchschnitt kostete ein neues Haus im letzten Monat 493.00 US-Dollar – eine Verteuerung um 15,4 Prozent zum Vorjahresmonat.

Der neue Haustarifvertrag von Volkswagen ist unter Dach und Fach. Die Tarifgehälter werden demnach in zwei Schritten angehoben: im Juni 2023 um 5,2 Prozent sowie im Mai 2024 um weitere 3,3 Prozent. Eine steuerfreie Pauschale in Höhe von insgesamt 3.000 Euro ist im Paket mitenthalten (Teilauszahlungen im Februar 2023 sowie im Januar 2024). Die VW-Aktie schloss am Mittwochabend trotz der guten Neuigkeiten mit einem Verlust von 1,87 Prozent auf nunmehr 137,14 Euro.

Das Landgericht München hat in einem Urteil entschieden, dass Wirecard-Aktionäre keine Gläubiger sind. Aus diesem Grund können diese auch keine Forderungen beim zuständigen Insolvenzverwalter anmelden. Insgesamt liegen Forderungen von 22.000 Aktionären vor, die rein rechtlicher Natur Miteigentümer an der Aktiengesellschaft sind. Es wird erwartet, dass das Verfahren durch alle Instanzen geht. Wirecard war bis zur Insolvenz ein börsennotierter deutscher Zahlungsabwickler und Finanzdienstleister.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Einen Tag vor Thanksgiving glänzte der deutsche Leitindex mit Impulslosigkeit: er generierte einen Seitwärtsmarkt von geringer Spannweite: etwas mehr als 72 Punkte. Der Handelstag endete nach mehreren Aufs und Abs auf dem Schlusskurs von 14.427,59 Zählern. Damit generierte der Mittwoch einen leichten Überschuss von 5,24 Punkten bzw. 0,04 Prozent.

Der ADL-Indikator war nahe dran, einen neutralen Tag zu produzieren: 18 Gewinner unter den 40 Einzelaktien, 20 Verlierer und zwei neutrale Ergebnisse. Damit ging es für den Indikator leicht bergab. Übergeordnet steht der ADL Long. Die Siemens-Energy-Aktie machte den ersten Platz mit einem Plus von 2,68 Prozent auf 15,49 Euro. Den letzten Platz belegte wiederum ein Siemens-Unternehmen: Siemens Healthineers brachte lediglich ein Minus von 2,27 Prozent mit in den Feiertag. Damit landete die Aktie auf dem Kurs von 50,84 Euro.

Näher und näher rückt der MACD seiner Signallinie, doch noch steht der Indikator für das Finetuning auf Long.

Ob heute mit einem Ausbruch aus dem Inside Day zu rechnen ist, ist eine Frage, die für den Daytrader relevant sein könnte. Hierbei darf man allerdings nicht vergessen, dass für heute wegen des US-Feiertages mit keiner großen Range zu rechnen ist. Die kleine Vortageskerze jedoch sollte für den DAX keine Herausforderung sein: damit steigt wiederum die Ausbruchswahrscheinlichkeit durch das Hoch oder das Tief der Kerze deutlich.

Auch der vorbörsliche Kurs spielt dabei eine wichtige Rolle. Zur aktuellen Stunde steht der DAX auf dem Niveau von 14.440 Punkten. Sollte sich dieser halten, dann startet der Index mit einem leichten Aufwärts-Kurssprung in Richtung Norden in den neuen Handelstag.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

 

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.
Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

 

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50  

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt
2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen
3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend
4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearishen Put-Optionen vergleicht
5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen
6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst
7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.