TRADERS´ Briefing - Nr. 0308 - 23.05.2023

Ausgabe Nr. 308, 23.05.2023

TRADERS´Briefing


Liebe Leserinnen und Leser,

der anhaltende Schuldenstreit in den USA wirkt sich negativ auf die Kauflaune in Asien aus, wie Marktbeobachter berichten. Die Verhandlungen über eine Erhöhung der Schuldenobergrenze des Landes stocken, und US-Finanzministerin Janet Yellen hat den Druck auf die Republikaner erhöht. Yellen erklärte gegenüber dem Sender NBC, dass die Frist, bis zu der eine Lösung gefunden werden müsse, um einen Zahlungsausfall der USA zu verhindern, nicht verlängert werden könne. Der 1. Juni sei eine "harte Deadline". Die Aussichten, dass die Regierung aufgrund von laufenden Steuereinnahmen die Zeit bis zum 15. Juni überbrücken könne, seien gering. Der Streit in Washington dreht sich um eine Erhöhung der derzeitigen Schuldenobergrenze von 31,4 Billionen US-Dollar. Ohne eine Einigung droht den USA laut Finanzministerium bereits ab dem nächsten Monat die Zahlungsunfähigkeit. Der Fear-and-Greed-Indikator konnte um drei Punkte steigen und steht zum heutigen Tag auf dem Wert von 70 Zählern im oberen Bereich der Gier. Wall Street und europäische Indizes schlossen am Montagabend uneinheitlich.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Aufgrund einer Verletzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung hat der Facebook-Konzern Meta eine Rekordstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro erhalten. Die irische Datenschutzbehörde DPC in Dublin gab diese Information bekannt. Das Verfahren betrifft die Beteiligung von Facebook an der Massenüberwachung durch angloamerikanische Geheimdienste, die durch den US-Whistleblower Edward Snowden enthüllt wurde. Der Aktie schadeten diese News nicht - sie schloss am Montagabend mit einem Plus von 3,06 Prozent auf 232,50 Euro.

Die Nutzung des Festnetztelefons nimmt stetig ab. Laut der Bundesnetzagentur gab es im letzten Jahr in Deutschland einen Rückgang von 13 Milliarden Gesprächsminuten im Vergleich zu 2021. Die Verivox-Umfrage bestätigt den schwindenden Bedarf an Festnetztelefonen. Menschen bevorzugen zunehmend Online-Dienste wie WhatsApp oder Signal. Die sinkende Nachfrage ist auch darauf zurückzuführen, dass Mobilfunktelefonate nun in monatlichen Flatrates enthalten sind. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland doppelt so viele Mobilfunktelefonate wie Festnetzgespräche getätigt. Das Wertpapier der Deutschen Telekom musste bis zum Abend 0,57 Prozent Preisverfall akzeptieren. Die Telekom-Aktie steht damit auf 21,73 Euro.

Ryanair verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023 einen Passagierrekord und beförderte fast 170 Millionen Fluggäste, was den höchsten Wert in der Firmengeschichte der Airline darstellt. Dies entspricht einem Anstieg von 74 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und übertrifft das Niveau vor der Corona-Pandemie. Zudem erzielte Ryanair wieder einen Gewinn mit einem Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro. Die Fluggesellschaft plant weiterhin Wachstum, da die Nachfrage für die Sommermonate stabil ist. In der Hochsaison liegen die Ticketpreise sogar über denen des Vorjahres. Dies führt zu einer Zufriedenheit bei den Anlegern, was sich in einem Anstieg der Ryanair-Aktien um 1,62 Prozent widerspiegelt, die am Montag auf 15,965 Euro schlossen.

Die Aktie von Borussia Dortmund hat einen deutlichen Aufschwung erlebt, da die Chancen für den Verein sehr gutstehen, Deutscher Meister zu werden. Der Aktienkurs ist um 16,07 Prozent auf 5,20 Euro je Aktie gestiegen. Vor 23 Jahren gingen die BVB-Aktien für 11 Euro an die Börse. Experten warnen, dass Aktionäre von Fußballaktien starke Nerven brauchen, da der Kurs, je nach Ergebnis des letzten Spieltags, stark schwanken kann. Die Aktien der bayerischen Spielvereinigung Unterhaching haben ebenfalls stark gelitten, nachdem sie vor vier Jahren für 8,10 Euro ausgegeben wurden. In Bezug auf die Vermarktungsrechte an der Fußball-Bundesliga hat der schwedische Finanzinvestor EQT sein Interesse zurückgezogen.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Am ersten Handelstag der Woche ging es für den Deutschen Aktienindex mit einer Kurslücke los: minus 39,40 Punkte bzw. ein Abschlag von 0,24 Prozent. Das Tageshoch war schon mit der dritten 5-Minuten-Kerze auf 16.267,93 Punkten gefunden. Ein nachfolgender Abwärtstrend mit Long-Korrektur hielt bis 16:05 Uhr, um dort schlussendlich das Tief auf 16.196,36 Punkten zu definieren. Eineinhalb Stunden später schloss der DAX auf der Marke von 16.223,99 Zählern mit einem Minus von 51,39 Punkten bzw. einem Tagesverlust von 0,32 Prozent.

Für den ADL-Indikator ging es leicht bergab, da die Bären mit 21 Verlustaktien in der Überzahl waren. Gestern Abend erreichte die Commerzbank den ersten Platz im DAX mit einem Kurs von 10,02 Euro und einem Anstieg von 2,37 Prozent. Dagegen landete die Münchener Rück auf dem letzten Platz mit einem Preis von 333,70 Euro und einem Rückgang von 1,71 Prozent. Dies zeigt eine kleine Ergebnis-Spannweite für den gestrigen Tag an.

Der MACD hat sich mit seiner Signallinie entwickelt, läuft ganz eng neben dieser und hat damit bislang kein neues Long-Signal auslösen können.

Die niedrige Tagesrange von knapp über 70 Punkten machte den Tag zu einem Seitwärtsmarkt, der nicht weiß, was nun zu tun ist. Die Tageskerze endete in einem kleinen Doji und zeigt Unentschlossenheit ob der Long-Richtung an. Steht damit eine Umkehr für den heutigen Dienstag an?

Zur aktuellen Stunde zeigt sich der Kurs vorbörslich im Bereich zwischen 16.200 und 16.250 Punkten und damit auf dem Niveau des gestrigen Schlusskurses. Es bleibt spannend, ob der heutige Tag mit einem Plus oder mit einem Minus an den Start gehen wird.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.

Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.

Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt

2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen

3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend

4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearishen Put-Optionen vergleicht

5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen

6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst

7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.