TRADERS´ Briefing - Nr. 0422 - 23.11.2023

Ausgabe Nr. 422, 23.11.2023

TRADERS´Briefing


Liebe Leserinnen und Leser,

OpenAI verkündet kurz nach seiner Entlassung die Rückkehr von Sam Altman als CEO. Das Unternehmen teilte mit, eine Grundsatzvereinbarung über Altmans Rückkehr getroffen zu haben. Gleichzeitig gibt es Veränderungen im Verwaltungsrat von OpenAI. Der Fear-and-Greed-Index hat in dieser Woche schon anständig zugelegt. Mit dem heutigen Donnerstagmorgen steht dieser auf dem Wert von 66 im mittleren Bereich der einfachen Gier. Die Wall Street schloss am späten Mittwochabend mit Gewinnen, die europäische Indizes waren hier ähnlich erfolgreich. Heute ist Thanksgiving - daher bleiben die US-Börsen geschlossen.

So ist die Stimmung der internationalen Marktakteure *

Fear-and-Greed-Indikator

Schnelle Trendübersicht

Schnelle Trendübersicht

Bem.: Signale über Supertrend-Indikator (20x2,5)

Fundamental wirtschaftlicher Rückblick

Gewinner und Verlierer des Tages

Trotz eines beeindruckenden Quartalsberichts verzeichnete der KI-Konzern NVIDIA am Mittwoch keine weiteren Kursrekorde. Börsianer machten das China-Geschäft des Unternehmens als Grund aus, da NVIDIA vor erheblichen Rückgängen aufgrund von Lieferbeschränkungen durch die US-Regierung warnte. NVIDIA bleibt dennoch im Jahresverlauf die bestperformende Aktie im Nasdaq-100-Index mit einem Anstieg von 230 Prozent. Die Aktien fielen am Mittwoch um 2,30 Prozent und schlossen auf 443,80 Euro.

Nach einem Milliardenverlust wirbt Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez für ein Joint Venture der Stahlsparte mit der Holding EPH des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky. Lopez betont auf der Bilanzpressekonferenz in Essen die Notwendigkeit erneuerbarer Energien für die geplante klimaneutrale Produktion. Die Diskussion über eine Partnerschaft mit EPH, die der Stahlsparte Planungssicherheit und Zugang zu Ökostrom und Wasserstoff bieten würde, treibt die Thyssenkrupp-Aktie im MDAX um 6,64 Prozent auf 7,062 Euro nach oben. Lopez' Überzeugung von dieser Strategie beeinflusst positiv die Anlegerstimmung.

Der Rüstungselektronikkonzern Hensoldt erwartet aufgrund globaler Spannungen weiteres Wachstum. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten sieht CEO Thomas Müller einen enormen Bedarf an Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien. Für das Gesamtjahr 2023 prognostiziert Hensoldt unverändert ein Umsatzwachstum auf etwa 1,85 Milliarden Euro im Vergleich zu 1,7 Milliarden im Vorjahr. Langfristig plant das Unternehmen ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von zehn Prozent, während die operative Marge auf über 19 Prozent steigen soll. Hensoldt erwartet steigende Verteidigungsbudgets und anhaltende Nachfrage nach Sicherheitslösungen in Europa und weltweit. Am Abend notierte das Wertpapier um 0,22 Prozent leichter auf 26,82 Euro.

Der Kupferkonzern Aurubis verzeichnet aufgrund mutmaßlichen Betrugs von Schrottlieferanten im Geschäftsjahr 2022/23 einen deutlichen Rückgang des operativen Vorsteuerergebnisses von 535 auf 349 Millionen Euro. Trotz Belastungen aus Fehlbeständen erreicht das Unternehmen das obere Ende der Prognose. Im August wurden erhebliche Abweichungen vom Soll-Bestand festgestellt, was auf weitere kriminelle Handlungen hinweisen könnte. Die Jahresprognose von 450 bis 550 Millionen Euro operativem Vorsteuergewinn wurde ausgesetzt. Die Veröffentlichung der Bilanz wird aufgrund der Aufarbeitung der kriminellen Handlungen verschoben. Die Aktie notierte am Abend auf 76,94 Euro und damit um 1,11 Prozent schwächer als noch am Vortag.

Termine der Hauptversammlungen für DAX, MDAX, TecDAX, ATX & EuroStoxx50

Hauptversammlungs-Termine

Die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens ist die einmal im Jahr stattfindende Zusammenkunft von Aktionären, des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Versammlung dient dem Informationsaustausch mit seinen Aktionären und der Beschlussfassung unternehmensbezogener Vorgänge. Die teilnehmenden Aktionäre haben bei Abstimmungen ein entsprechendes Stimmrecht, das von der Anzahl der persönlich gehaltenen Aktien abhängt. Am Termin der Hauptversammlung ist mit Vorsicht an den Märkten zu agieren, da große Kurssprünge in beide Richtungen durch getroffene Entscheidungen möglich sind. Diese Warnung gilt auch für die Veröffentlichung von Quartalsberichten.

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Momentum-Prognose für den DAX-Aktienmarkt

Bild: Advance-Decline-Line (ADL) des DAX

Technische Kurzanalyse

Zur Wochenmitte startete der deutsche Leitindex mit einem tüchtigen Kurssprung in Höhe von 64,60 Punkten bzw. mit 0,41 Prozent in den neuen Handelstag. Das morgendliche Tief auf 15.931,74 Punkten, sowie das nachmittägliche Hoch auf 15.998,41 Punkten, bescheinigten dem DAX erneut einen engen Range-Tag mit wenig Bewegung. Um 17:35 Uhr schloss er auf 15.957,82 Zähler bei einem Plus von 57,29 Punkten bzw. 0,36 Prozent dank des morgendlichen Gaps.

Der ADL-Indikator konnte am Abend 25 DAX-Aktien mit einem Plus zählen, und darum ging es auch mit ihm weiter aufwärts. Der ADL steht kurz vor seiner Null-Linie sowie vor der 100-Tage-Signallinie. Symrise verzeichnete gestern den höchsten Kursanstieg auf 102,10 Euro und einem Plus von 2,76 Prozent. Auf der anderen Seite verlor Bayer 3,44 Prozent und schloss bei 32,815 Euro auf dem letzten Platz im Ranking.

Wenn es nach dem MACD geht, dann erlebt der Deutsche Aktienindex derzeit kein langsames Vorankommen, denn dieser steht stabil nach oben geöffnet. Mit dem gestrigen Tag konnte seine Signallinie die Null-Linie überschreiten. Damit stehen heute beide Linien im oberen Spielfeld.

Wenig Volatilität, nahezu null Momentum, die Tageskerze bildete einen kleinen roten Doji aus: das sind alles keine besonders guten Vorzeichen für ein Weiterlaufen des Kurses. Dazu kommt noch der heutige US-Feiertag, der auf den DAX bremsend wirken dürfte. Rechnen Sie auch heute daher nicht mit einem Run in Richtung Norden über die 16.000, auch wenn dieses Szenario eintreten kann. Sollte dies geschehen, gilt es, sich an der Bewegung des DAX zu erfreuen.

Vorbörslich steht der Kurs zur aktuellen Stunde im Bereich zwischen 15.960 und 15.980 Punkten, und damit leicht über dem gestrigen Schlusskurs. Daher stehen die Chancen recht gut, dass der DAX um 9:00 Uhr erneut mit einem Plus in den heutigen Handelstag startet.

Die Advance-Decline-Line (ADL) wird über die Differenz der gestiegenen und gefallenen Aktien berechnet. Grundsätzlich gilt, dass jede Bewegung des Index von der ADL bestätigt werden sollte. Fehlt die ADL-Bestätigung, deutet das auf eine unsichere Kursbewegung hin. Ein Aufwärtstrend kann sich nur ausbilden, wenn die Mehrzahl der Aktien daran teilnimmt.

Aktuelle Handelschancen per Kursmuster

Inside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Inside-Day

Ein Inside-Day liegt vor, wenn sich der aktuelle Candlestick innerhalb des Candlesticks des vorangegangenen Tages befindet. Das Tageshoch liegt also tiefer und das Tagestief höher als am Vortag. Inside-Days kennzeichnen abnehmende Volatilität und eignen sich ideal als Einstiegsmuster aufgrund des guten Chance-Risiko-Verhältnisses.

Bei Inside-Days ist die zukünftige Kursrichtung oft nicht prognostizierbar.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Inside-Days überschritten wird und legt eine Stopp-Order an das Tief des Inside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Inside-Days unterschritten wird. Der Stopp an das Hoch des Inside Bar gelegt.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie, diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.

Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Inside-Days

Outside-Days für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Das Chartmuster Outside-Day

Ein Outside-Day liegt vor, wenn der aktuelle Candlestick den vorangegangenen Tag komplett umschließt. Das Tageshoch liegt also höher und das Tagestief niedriger als am Vortag. Ein Outside-Day entspricht einem Engulfing bei den Candlestick-Mustern.

Möglicher Handelsansatz:

a) Man spekuliert auf steigende Kurse, wenn das Tageshoch des Outside-Days überschritten wird. Den Stopp platziert man an das Tief des Outside Bars.

b) Man spekuliert auf fallende Kurse, wenn das Tagestief des Outside-Days unterschritten wird. Den Stopp setzt man an das Hoch des Outside Bars.

Zusätzlich gibt die Tabelle noch an, ob die jeweilige Aktie gerade eine starke oder eine schwache Relative Stärke aufweist.

Beachten Sie: diese Tabelle stellt keinerlei Handelsempfehlung dar.

Treffen Sie Ihre Handelsentscheidungen immer anhand Ihrer eigenen Analysen.


Wertpapiere mit Outside-Days

Trendhandel mit neuen 20-Tage-Hochs/-Tiefs

Aktien, die ein 20-Tages-Hoch oder ein 20-Tages-Tief erzielen (entspricht einem Handelsmonat), weisen oft eine besondere Trendstärke auf.

Long-Kandidaten für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Hoch

Short-Kandidaten für DAX, MDAX, TecDAX & EuroStoxx50

Wertpapiere mit neuem 20-Tage-Tief

*) Der Fear-and-Greed-Indikator ist ein Stimmungsindikator, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt:

1. Aktienkurs-Momentum: der S&P 500 (SPX) im Vergleich zu seinem gleitenden 125-Tage-Durchschnitt

2. Aktienkurs-Stärke: die Anzahl der Aktien, die an der New Yorker Börse 52-Wochen-Hochs und -Tiefs erreichen

3. Aktienkurs-Breite: das Handelsvolumen von Aktien im Aufwärtstrend gegenüber Aktien im Abwärtstrend

4. Verkaufs- und Kaufoptionen: das Put/Call-Verhältnis, das das Handelsvolumen von bullischen Call-Optionen mit dem Handelsvolumen von bearishen Put-Optionen vergleicht

5. Junk-Bond-Nachfrage: die Differenz zwischen den Renditen von Investment-Grade-Anleihen und Ramschanleihen

6. Marktvolatilität: der VIX (VIX), der die Volatilität misst

7. Nachfrage nach sicheren Häfen: der Unterschied zwischen den Renditen von Aktien und Staatsanleihen

Sein mittlerer Wert beträgt 50 und deutet auf eine neutrale Stimmung hin. Werte über 50 sind bullish (long) und Werte unter 50 sind bearish (short).

Extreme Ausschläge des Fear-and-Greed-Indikators (über 70 oder unter 30) zeigen Gier oder Angst. Der Markt ist im extremen Zustand nicht stabil und neigt deshalb zur kurzfristigen Umkehr. So führen zum Beispiel Werte unter 30 oft zu einem kurzfristigen Ausverkauf des Aktienmarktes, wodurch eine bullische Umkehr möglich wird.